Artikel-Schlagworte: „Willi Tauer“
Ausstellung des international anerkannten Kunstmalers
A u g u s t W i l h e l m T a u e r
(für seine Freunde Willi genannt)
Bei den LITERATUR- UND KULTURFREUNDEN am 7. Juli 2008
L A U D A T I O :
Seine wunderbaren, aber auch provozierenden Bilder sind Visionen aus einer Welt eigener Magie.
Er nennt seinen Stil phantastischen Realismus und in der Tat mischen sich in seinen Bildern – zum Teil großformatige Kompositionen – surrealistische, traumähnliche Elemente und Phantasien mit rein realistischen Motiven.
Eine gewisse Ähnlichkeit zu Salvador Dalis Bildern bestätigt er und nennt den bekannten spanischen Maler sein Vorbild. Aber er entwickelt eine eigene Stilrichtung und perfektioniert diese Zeit seines Lebens so, dass die effektvolle Machart im Gedächtnis bleibt.
Er beweist einen vielseitigen Einfallsreichtum. Es finden sich skurrile Inhalte und liebevolle Verarbeitung von Elementen der Natur. Oft schwingt auch leise
Ironie mit oder zeigt eine surrealistisch bedrohliche Situation. Das psychologische Konzept des Malers enthüllt sich in der Pose der Modelle.
Sein Konflikt mit Religion und Kirche inspirierte ihn zu kritischen, ein bisschen boshaften, doch witzigen Grotesken. Das spiegelt sich in seinen Bildern mit kleineren oder deutlichen Hinweisen (Frömmigkeit und Frivolität).
Man sieht immer seine Liebe zum Detail.
Der Betrachter wird neugierig gemacht! Er erkennt, dass sich der Künstler vielleicht den Frust der Doppelmoral unserer Gesellschaft von der Seele gemalt hat und man sieht, der Mann liebt die Frauen und ihre Schönheit.
Immer hat es Moralapostel gegeben, die seine Werke als „umstritten und schamlos“ bezeichneten. Aber die Moral, die gut für unsere Väter ist oder war, ist noch lange nicht gut für uns – sagte ein unbekannter Dichter.
In Arabien musste Tauer verschiedene nackte Figuren „anziehen“ und einige Bilder wurden hinter einem Schleier-Vorhang verborgen – nur zum heimlichen persönlichen Genuss bestimmt.
Wer ist dieser interessante Mann, oft mit schwarzem Filzhut, der nun seit 10 Jahren mit seiner Frau Eva-Maria – liebende Muse, elegantes Modell, starke Partnerin und beste Gefährtin durch Dick und Dünn – hier in einer herrlichen Finca inmitten der Orangengärten in der Nähe Denias lebt:
Dazu habe ich in Rita Mayers Spanien-abc einiges erfahren.
1933 in Gersthofen bei Augsburg, in Bayern, geboren. Nach dem frühen Tod seines Vaters im Krieg, wächst er in einer reinen Frauenfamilie auf. Er findet im Ortspfarrer – einem begeisterten Hobbymaler – einen Vaterersatz. Dieser erkennt und fördert das malerische Talent des Jungen, nimmt ihn unter seine Fittiche.
Aus Kostengründen soll Willi Tauer nach seiner Schulzeit in einer Klosterschule in Augsburg, eine Pfarrerausbildung beginnen, da diese in Bayern die einzige kostenfreie Ausbildung ist. Er bricht ab, er will kein Pfarrer werden! Ebenso wenig ist Schuhmacher – das war seine nächste 3jährige Ausbildung – die wahre Berufung.
Durch eine sehr religiöse Erziehung im Elternhaus, dem CVJM (Christlicher Verein junger Männer) und in der Schule, blieben die Konflikte nicht aus und er hatte schon mit 18 Jahren die ersten kritischen Auseinandersetzungen mit dem Klerus. – Das blieb bis heute so.
Er hinterfragt immer noch alles und vieles wird in lebhaften Diskussionen in Frage gestellt. Dabei ist er vielseitig interessiert, lebensneugierig, ein guter Beobachter und spricht ein offenes Wort.
Schließlich zog er nach Norddeutschland und widmete sich voll und ganz der Malerei. „Ich bin reiner Autodidakt!“ sagt er. Zwar besuchte er die Folkwang-Kunstschule in Duisburg, „aber hier lerne ich nichts Neues“ meinte er und verlässt die Schule nach 1 ½ Jahren.
Er ist seit über 50 Jahren Leinwandmaler! Man sieht in seinen Bildern diese Erfahrung, das Können, die Lust und die Freude, welche aus der Beschäftigung mit dieser Kunst resultiert.
Er malt mit konkreten Intentionen (erstaunlicher weise ohne Vorzeichnung) – „Es muss im Kopf sein!“ so meint er und entwickelt zu jedem Bild, jedem Motiv eine bestimmte Vorstellung.
Diese Intensität spürt man beim Betrachten und soll auch zum Nachdenken anregen um eigene Ideen zu diesen Bildern entwickeln zu können.
So weichen oft die Vorstellungen zu den Motiven, bei Käufern oder Interessenten, zu seinen Titelvorgaben stark ab.Es werden eigene Geschichten gesehen und erfunden.
Eine weitere Variante sind die starken OBJEKTABSTRAKTIONEN, in denen er mit Formen und Farben spielt und die Portraitmalerei.
Willi Tauer ist in 5. Ehe über 30 Jahre verheiratet mit Eva-Maria.
Eine kultivierte, studierte, selbstständige Geschäftsfrau, die Willi als ihre„wirklich große Liebe“ bezeichnet und die ihm in allen Situationen bedingungslos zur Seite stand, ihre Geschäfte aufgab und mit ihm Galerie und Restaurant betrieb.
Er lebte einige Jahre in Holland-Afrika, woher sein Faible für große Sahara-Jeep-Touren herrührt. Seit über 30 Jahren lebt er in Spanien, 12 Jahre in Altea, dann genau so lange in Valencia. Jetzt, hier in der Finca in La Xara, mitsamt Hunden und Katzen, hat Willi Tauer den idealen Platz gefunden um die vorteilhaften Lichtverhältnisse Spaniens besonders gut ausnutzen zu können. „Hier gefällt es uns und hier bleiben wir nun auch“, sagte er.
Die großen, farbintensiven Bilder von August Wilhelm Tauer hängen inzwischen in zahlreichen Häusern und öffentlichen Gebäuden hier an der Costa Blanca und darüber hinaus in der ganzen Welt verteilt.
In London gibt es eine Galerie, die sich auf seine Malerei spezialisiert hat.
Der Galerist will gerade wieder einige seiner Bilder kaufen – Allerdings musste Willi auf einem Bild den erregierten Penis eines schönen nackten Mannes übermalen, da die englischen Gentleman nackte Frauen in allen Posen lieben, aber keine nackten Männer. Willi zog ihm einen roten Hut über, den er natürlich jederzeit wieder „abnehmen“ könnte.
Ausstellungen in Spanien, Deutschland, Belgien, Schweiz, aber auch San Francisco, Mexiko und Kapstadt verdeutlichen den universalen Erfolg von Tauers Kunst.
Da geschah plötzlich das Unfassbare – eine große Prüfung für das Ehepaar, die an den Nerven zerrte – ein schrecklicher Gehirnschlag zwang den aktiven, unternehmungslustigen Mann in den Rollstuhl. Die gesamte linke Seite wurde in Mitleidenschaft gezogen und erst ging gar nichts mehr. —
Aber Willi Tauer ist ein Kämpfer. Der Humor ist unverändert, die Wortgewalt geblieben, aber seine Beweglichkeit stark eingeschränkt.
Seine Frau Eva Maria konnte seine Krankheit nicht ertragen und hat ihn verlassen…
Ich freue mich, dass ich den Künstler und Freund Willi Tauer und seine Bilder vorstellen durfte.
Natascha L. Michnow


















