Archiv für die Kategorie „Künstler-Portraits“

Maria Mohrwind erzählt selbst über sich (Veranstaltung vom 11. April 2011):

Ich bin 56 Jahre alt und das mittlere Kind aus einer neunköpfigen Familie, immer die pummeligste und auch die frechste. Ich ging in eine reine Mädchenklosterschule. Nach dem Schulabschluss sollte ich Teller waschen in einem Wirtshaus in unserer Nachbarschaft. Das wollte ich aber nicht und zum ersten Mal setzte ich meinen eigenen Willen erfolgreich durch und begann eine Friseurlehre in einer 20km entfernten Ortschaft, die ich mit einer Gesellenprüfung beendete.

Mit 19 Jahren stürzte ich mich in eine Ehe und bekam ein Mädchen und einen Jungen. Wir kauften ohne einen Groschen Eigenkapitel eine Ruine und nach acht Jahren Ehe bewohnte ich mit den Kindern die Ruine alleine. Die Schulden waren inzwischen um vieles mehr, als das Haus wert war und so jobbte ich in drei verschiedenen Jobs und baute das Haus selbst um. Es ist mir schon passiert, dass ich auf der Toilette einschlief, mit dem Stemmhammer in der Hand, weil ich im Bad nachts noch einen Ausguss stemmte.

Ein junger fescher Bergsteiger besuchte mich manchmal, nicht zum Arbeiten sondern zum Zeitvertreib, nichts Ernstes und doch so ernst, dass ich nach vier Jahren ein Kind von ihm bekam. Ein Sonnenkind!

Nach dem der Vater des Kindes Extrembergsteiger ist blieb die Beziehung zwanglos locker, bis er mir eines Tages einen Heiratsantrag aus der Atacama-Wüste/Chile schickte. Seine Finger waren auf dieser Tour erfroren und so saß er alleine mit seinen Schmerzen in einem Zimmer und fasste den Entschluss mich zu ehelichen. Unser Sohn war nun schon fünf Jahre und freute sich mit seinen Halbgeschwistern auf das Großereignis. Mit vierzig Jahren und drei Kindern, stand ich ganz in weiß, zum Entsetzen von hundert Gästen, zum 2. Mal vor dem Traualtar!

Dann kam die Katastrophe. Vieles wurde mir einfach zu viel. Die Kinder waren fast erwachsen und ich war gewohnt immer nur für alle anderen da zu sein. Ich brach zusammen, was ich lange nicht wahr haben wollte. Erst eine tolle Psychologin und Medikamente ließen mich erkennen wie krank ich wirklich war.

So wechselte ich die Lebensspur und ich lernte mühsam jetzt auf mich zu achten. Das fiel mir sehr schwer. Als ich immer wieder um fiel und zwölf Stunden liegen musste, bevor ich wieder aufstehen konnte und es anschließend war, als hätte ich nichts gehabt, erkannte ich, wie weit die Krankheit schon fortgeschritten war. Ich wollte in keine Irrenanstalt/Psychiatrie und hatte Angst, dass mich womöglich niemand mehr heraus holen würde.

Vor vielen, vielen Jahren fuhr ich durch Galizien und sah einen Wanderer mit einem großen Rucksack, in Begleitung eines Hundes den Straßenrand entlang spazieren. Ich dachte mir, das mach ich auch einmal! Später erfuhr ich dass dieser Mann auf dem Pilgerweg unterwegs war.

Als ich nun (sehr zum Bedauern meinerseits) nur mit Nerventabletten den Alltag meistern konnte, fiel mir dieser Mann wieder ein und ich dachte, ich habe doch jetzt auch einen Hund und so war die Idee geboren, den Jakobsweg zu gehen. Ich besuchte einen Vortrag und fragte den Vortragenden ob ich alleine auch gehen könnte und er meinte, „nur alleine ist der Weg wirklich schön“ und schwärmte mir von allen guten Kneipen und Gegenden vor.

Untrainiert, mit 35kg Übergewicht und ohne Sprachkenntnisse machte ich mich auf den Weg in dieses Abenteuer. Eigentlich hatte ich gar nicht vor den ganzen Jakobsweg zu gehen. Ich wollte nur einmal, für mich ganz alleine sorgen und das, stellte sich heraus, war oft anstrengend genug. Ich dachte, ich bleibe halt einfach ein paar Tage in einer schönen Ortschaft und wenn ich will gehe ich wieder ein paar Schritte. Ich musste niemanden etwas beweisen, ich wollte einfach nur mich spüren und hören.

Ja, und seit diesem Weg (der 40 Tage dauerte) höre ich mich, nicht immer, aber ich höre mich viel, viel öfter als ich es mir jemals erträumen hätte lassen. Nicht nur die anderen haben recht, erkannte ich. Ich fühle was ich denke und denke, was ich fühle ist richtig. So haben die Menschen die Macht über mich verloren und ich bin frei von vielen Zwängen.

Natürlich hätte ich auch gerne 30kg weniger und… und… Doch spüre ich eine unendliche Dankbarkeit, dass ich so bin, wie ich bin, dass ich Augen zum Sehen habe und Arme zum Arbeiten, ein Herz das fühlt und schneller schlägt, wenn ich mich freue oder der Berg mir zu steil wird. So vieles kann ich heute spüren und ist mir bewusst. Ja, ich bin dankbar, dass mich Gott liebt wie ich bin und wenn er mich so lieben kann, kann ich es auch!

Das und vieles mehr, hat mich der Jakobsweg oder besser gesagt die Zeit auf dem Camino gelehrt. -  Wenn ich heute mit dem Hund einen Spaziergang mache, kommt es mir vor als wäre ich wieder auf ihm unterwegs, denn das Gefühl und der Blick für die Natur haben sich geschärft.


Wenig brauche ich heute für mein Glück, oft gar nichts. Ein warmes Bett, eine warmes Bad, ein kühles Bier, ein freundliches Lächeln von einer unbekannten Person, das alles ist Glück und Freude!

Auf dem Jakobsweg dachte ich nicht dass sich mein Leben verändert hat, ganz im Gegenteil, oft fragte ich mich: Warum tu ich mir das eigentlich an. Aber heute, Jahre später weiß ich, die Camino-Tour hat mich geheilt und mich gestärkt!

 

Maria

 


Vorstellung des Autors und Dichters

Günther, Paul, Josef Schliemann.

Von seinen Freunden Paul genannt.

Hier Auszüge aus einer wunderbaren Reportage, die Heike von Schulz in der CBZ veröffentlichte:

Paul Schliemann ist Beobachter, lebt intensiv, sammelt Eindrücke, schnappt Begebenheiten zwischen Menschen auf. Er sieht seine Umwelt wie sie ist und entdeckt fast überall die Ironie des Augenblicks.

„So gesehen“, sagt er, „bin ich ein altmodischer Schreiber, der nicht mehr will, als eine klare Geschichte erzählen.“

Der Autor wurde 1945 am Fuße des Riesengebirges geboren, wuchs im Münsterland, sowie in der Nähe von Herford auf. Neben seinen früheren Tätigkeiten im kaufmännischen sowie im medizinischen Bereich, widmeteer sich stets der Dichtkunst. Annette von Droste Hülshof zählte zu seinen lyrischen Vorbildern.

Schon seit seiner frühesten Jugend schreibt er, erst Tagebuch, dann setzt er seine Gedanken in Reime um. Von 1967 an, hat er ein Panoptikum seiner gereimten Gedanken, Beobachtungen und Eindrücke gesammelt, bis Freunde ihn nach privaten Vorträgen zum ersten Buch ermunterten. Er hat erfahren, dass seine Verse den Menschen Freude bereiten und sein humorvoller Stil zum Schmunzeln anregt.

Seit über 30 Jahren lebt Paul Schliemann in Hannover und hat inzwischen eine immer größer werdende Fan-Gemeinde in Deutschland und an der Costa Blanca. Regelmäßige Lesungen führen ihn durch die ganze Republik. Und seit einigen Jahren liest er auch für Radio Aktiv in Hameln. Über die Wintermonate hält sich der Dichter mit seinem Lebensgefährten im frühlingshaften Spanien, in Calp auf, genießt seinen Ruhestand, lässt sich hier zu neuen Versen inspirieren und gibt gern gehörte Lesungen.

P a u l   S c h l i e m a n n, Hannoveraner Autor und Dichter, schreibt Gedichte und Geschichten . Seine Gedanken, Eindrücke, Erfahrungen und Erlebnisse beschreibt er gefühlvoll und präzise beobachtend. Genau und klar, manchmal ironisch, auf den Punkt gebracht, mit Witz und Überraschung endend. Dieser heitere, humorvolle Stil mit einer besonderen, sehr gut vorgetragenen, persönlichen Art und der wohlklingenden Stimme, hat ihm bereits viel Erfolg hier an der Costa Blanca u. in Deutschland gebracht.

 

Paul schreibt aus dem Bauch heraus, lässt sich von seinen Gefühlen, Eindrücken, Träumen lenken. Er nutzt die Kraft der Begriffe sparsam und bewusst. Seine Zeilen enden mit Witz und Überraschungen, haben Rhythmus und klingen wie Melodien. Das ist wohl seiner Vorliebe für den Gesang zu verdanken. Er singt seit vielen Jahren in der Volksakademie Hannover. Er wirkte auch in drei Schreibwerkstätten mit und kam von der Lyrik zur Prosa.

Rüdiger Zoske bemerkt treffend über das Werk seines Partners:  „Er schreibt Geschichten aus dem Leben, für das Leben.“

Auf vielerlei Anfragen erschien inzwischen auch eine Hör-CD auf der der Autor einige Gedichte vorträgt, mit dem Titel: Geschichten die die Welt braucht – Geschichten die die Welt nicht braucht.

Veranstaltungen bei uns: 7. März 2011 und 14. Februar 2011

 

VITA  von Pius Fleischer für Veranstaltung vom 7. März 2011.


Er ist Komponist und Schriftsteller. Mit 60 Jahren wanderte er mit seiner Lebenspartnerin Ruth Hablützel nach Spanien aus. Wollte sich eigentlich zur Ruhe setzen und seine Werke ordnen und herausgeben. Es kam anders.

In der Zwischenzeit hat er als Organist eine Teilzeitorgelstelle, konnte schon zwei Auftragskompositionen schreiben, ist im Literaturclub und hilft Ruth bei der Chorarbeit mit der bekannten Singgruppe Javea, die schon einmal auch bei uns auftrat, bei einem Abend mit Frau Dr. Krone-Schmalz.

Er singt im Chor, begleitet auf dem Klavier, macht die Stimmbildung, hilft bei der Vorbereitung und der Programmgestaltung mit und schreibt notwendige Chorsätze.

Doch von Vorne:

Geboren 1937 in Kreuzlingen in Thurgau in der Schweiz und jetzt seit 97 in Spanien in Javea wohnhaft. Er hatte eine Ausbildung zum Primarlehrer, dazu ein Studium an der Kirchenmusikschule Luzern und an der Musikakademie Zürich und an der Universität Zürich ein Heilpädagogik-Studium.

Seine Werke-Liste umfasst Kompositionen für Chor, Orgel, Blasmusik und Instrumente verschiedenster Art. Etwa 400 Chorsätze sind es inzwischen, 4 größere Kantaten, 18 abendfüllende Festspiele, ebenso viele Singspiele. Bei Fest- und Singspielen schrieb er auch größtenteils den Text selber. Dann Musik und Chansons für Cabaret-Ensembles, 20 Weihnachtsspiele für behinderte Kinder, Schulmusik usw.

Die meisten seiner größeren Kompositionen (Festspiele, Kantaten) sind Auftragskompositionen.

Er hat auch einige Preise bei Kompositionswettbewerben in der Schweiz gewonnen. Neben seiner Tätigkeit als Organist und Dirigent verschiedener Chöre, Blasmusiken und Orchester bildete er in der Schweiz auch Chordirigenten und Experten für Gesangsfeste aus. Er war Kantonaldirigent in Thurgau und Mitglied der Schweizerischen Musikkommission für das Chorwesen.

Doch neben seinen umfangreichen musikalischen Tätigkeiten hat er immer wieder geschrieben:

Z. B. Musikkritiken, Wochenglossen und Wochenverse in diversen Zeitungen, Gedichte, Kurzgeschichten, Festspiel- und Cabaret-Texte u. a.

So entstand im Laufe der Zeit eine reichhaltige Palette unterschiedlichster Werke. Schließlich fand er hier doch die Zeit und Muße, alles Geschriebene zu sortieren und in kleine handliche Büchlein thematisch zusammen zu fassen.

„Formulieren und fabulieren mit hintergründigem Humor oder gedanklich tieferem Inhalt haben mir jederzeit Spaß und Freude bereitet“, sagt er. „Ich schreibe, weil ich mich mit dem geschriebenen Wort viel besser auszudrücken vermag als verbal.“

Einen Teil seiner Werke verfasste er auch in Schweizer Mundart. Das hören wir heute allerdings nicht, sondern für uns nur gut Verständliches.

 

 

VITA

Unser Gast am 7. März 2011 die Kolumbianerin Norma Escobar:

Sie ist eine erstaunlich vielseitige Künstlerin. Mit dem Malen begann sie 1969, sehr jung und studierte an der renommierten Nationalakademie Bogota. Weiter besuchte sie immer wieder verschiedene Kunstschulen und lernte auch Schauspiel und Musik. Arbeitete mit einer studentischen Experimentiergruppe an der Akademie Francisco Cristancho.

Die multikulturelle Wandmalerei in Kaltenturm, mit den vielen Gesichtern der Welt, ist nach Quadratmetern sicher ihre größte bisherige Arbeit. Die Palette der Bilder und Zeichnungen aber, die die Malerin Norma Gonzales de Escobar seit ihrer Kindheit in Kolumbien mit ihrer Sicht der Welt, mit dem unbändigen Temperament und dem tiefen Glauben versehen hat, ist viel größer.

Um ihre praktischen Fertigkeiten zu erweitern und die europäische Kunstszene kennenzulernen ging sie 5 Jahre in die Kunstmetropole Paris und brachte viele

Inspirationen mit.

Später zog sie mit ihrem 1. Mann und zwei Kinder nach Bremen. Er verstarb später. 8 Jahre arbeitete Sie in der Volkshochschule als Spanisch- und Mal-Lehrerin und lernte selbst Deutsch. Spricht übrigens 4 Sprachen.

Sie gab auch Kunstunterricht extra für Frauen, Jugendliche und Kinder und war am 1. Kindermuseum Bremen 1992 beteiligt.

Norma kann schnell Menschen begeistern.

Ihre Kunst bietet tiefe Einblicke in Farben, vielfältige Techniken, absolute Präzision, faszinierende Motive, ausdrucksstarke Gefühlswelten und immer wieder tiefgründige Augen.

Jedes ihrer Werke erzählt eine lebendige Geschichte und nimmt den Betrachter ganz für sich ein. Selbst die Bildträger sind oftmals außergewöhnlich, denn sie liebt das Ausgefallene und die Herausforderung.

Mitten aus dem Leben gegriffen scheinen die Plastiken und Tonarbeiten der Künstlerin zu sein.

Viele individuelle, erfolgreiche Ausstellungen hatte sie bereits in Kolumbien in Bogota und Neiva, in Paris, Kanada, Panama, New York und ca. in acht deutschen Städten.

Sie hatte auch immer offene eigene Ateliers mit vielen Besuchern. Dies geht ihr leider hier ab. Seit 2 Jahren lebt sie mit ihrem 2. Mann in Denia und bräuchte dringend einen entsprechenden Raum, den sie künstlerisch nutzen könnte.

Bei ihrer Vielseitigkeit, ist es kein Wunder, dass sie auch Gedichte und Geschichten – allerdings auf Spanisch – schreibt.

 

Sie sagt:

„Ich versuche, meine Nachdenklichkeit über Menschen, Strukturen seiner Wahrnehmung und seiner Lebensumstände in Bildern festzuhalten. Was die Menschen in meinen Bildern versuchen, versuche ich auch: Zu sehen, zu greifen, zu begreifen, von dem, was der Mensch zu sein scheint, um dahin zukommen, zu dem was er ist.“

 

VITA

Thema am 27. September 2010: „Aus der Tiefe der Phantasie“.

Wir haben wieder zwei sehr interessante und charmante Gäste:

Ulrike und Volker, Gräfin und Graf Bethusy-Huc.

Das Ehepaar Bethusy-Huc lebte lange Zeit in Burgwedel, in der Nähe von Hannover, und prägte über viele Jahre hinweg die Kunst- und Kulturszene dort.

Ulrike Bethusy-Huc ist eine erfolgreiche Malerin und Grafikerin. Hatte in ihrer zehnjährigen Amtszeit als Vorsitzende des art-clubs -  insbesondere mit den von ihr organisierten großen Länderausstellungen -  Kunst aus zehn europäischen Ländern nach Burgwedel geholt und damit die gesamte Region kulturell bereichert.

In ihrer früher betriebenen Malschule – nach Ihrem Studium für Kunstpädagogik – machte sie Hunderte von Kinder mit Kunst und Maltechnik vertraut. Darüber hinaus war sie auch 12 Jahre als Galeristin weithin bekannt:

Galerie und Werkstätte „atelier d`huc“.

Seit 1973 beteiligte sie sich an Gruppen- und Einzelausstellungen im In- und Ausland, z. B. Schweiz, Italien und ganz Deutschland.

Der großartige Hannoveraner Dichter Joachim Grünhagen hielt, ca. 10 x die Laudatio bei Vernissagen von Ulrike und schrieb auch einige Gedichte – inspiriert von ihrer Malerei – extra für verschiedene Bilder.

In einem Kommentar über Ulrike heißt es:

…die Nachdenklichkeit, die ihre formende, malende und zuweilen auch schreibende Hand führt, lasse eine Grüblerin auf der Suche nach dem Ursprung und dessen Wahrheit erkennen… Und: Sie malt Botschaften, Rätsel, Wahrheiten, Erkenntnisse.

Und die Bildzeitung schrieb in großen Lettern: Gemalte Träume der Gräfin Bethusy-Huc.

 

Gedanken von Ulrike:

„Meine Kunst ist geprägt von der Beschäftigung mit Religion, Mythos

und Ritus verschiedenster Kulturen und Völker. Von Versuchen,

Geheimnisse meines Daseins zu ergründen, in esoterische

Gedankengänge vorzustoßen, Unsichtbares wahrzunehmen und

energetische Kraftquellen zu nutzen und umzusetzen.  Impulse daraus

verarbeite ich in phantastischer, manchmal surrealer und zunehmend

abstrakter Weise. Normales verändere ich, setze es in ungewohntes

Umfeld, lasse daraus Transzendenzen entstehen.


Das Ehepaar Bethusy-Huc lebte lange Zeit in Burgwedel, in der Nähe von Hannover, und prägte über viele Jahre hinweg die Kunst- und Kulturszene dort.

Ulrike Bethusy-Huc ist eine erfolgreiche Malerin und Grafikerin. Hatte

in ihrer zehnjährigen Amtszeit als Vorsitzende des art-clubs -  insbesondere mit den von ihr organisierten großen Länderausstellungen -  Kunst aus zehn europäischen Ländern nach Burgwedel geholt und damit die gesamte Region kulturell bereichert.

In ihrer früher betriebenen Malschule – nach Ihrem Studium für Kunstpädagogik – machte sie Hunderte von Kinder mit Kunst und Maltechnik vertraut. Darüber hinaus war sie auch 12 Jahre als Galeristin weithin bekannt:

Galerie und Werkstätte „atelier d`huc“.

Seit 1973 beteiligte sie sich an Gruppen- und Einzelausstellungen im In- und Ausland, z. B. Schweiz, Italien und ganz Deutschland.

Der großartige Hannoveraner Dichter Joachim Grünhagen hielt, ca. 10 x die Laudatio bei Vernissagen von Ulrike und schrieb auch einige Gedichte – inspiriert von ihrer Malerei – extra für verschiedene Bilder.

In einem Kommentar über Ulrike heißt es:

…die Nachdenklichkeit, die ihre formende, malende und zuweilen auch schreibende Hand führt, lasse eine Grüblerin auf der Suche nach dem Ursprung und dessen Wahrheit erkennen… Und: Sie malt Botschaften, Rätsel, Wahrheiten, Erkenntnisse.

Und die Bildzeitung schrieb in großen Lettern: Gemalte Träume der Gräfin Bethusy-Huc.

 

Gedanken von Ulrike:

„Meine Kunst ist geprägt von der Beschäftigung mit Religion, Mythos

und Ritus verschiedenster Kulturen und Völker. Von Versuchen,

Geheimnisse meines Daseins zu ergründen, in esoterische

Gedankengänge vorzustoßen, Unsichtbares wahrzunehmen und

energetische Kraftquellen zu nutzen und umzusetzen.  Impulse daraus

verarbeite ich in phantastischer, manchmal surrealer und zunehmend

abstrakter Weise. Normales verändere ich, setze es in ungewohntes

Umfeld, lasse daraus Transzendenzen entstehen.

Das weckt nun gewiss die Neugier mehr über sie zu erfahren – aber das kommt ein wenig später, denn wir lernen erst den Ehemann kennen:

 

Volker Bethusy-Huc,

in Oberschlesien geboren, war er 40 Jahre seines Lebens Filmproduzent, Autor und Regisseur von ca. 500 Auftragsfilme (Industrie- und Wirtschaftsfilme) für Wirtschaft, Behörden und Sendeanstalten – mit über 100 Auszeichnungen.

Dann zog er entschlossen einen Schlussstrich unter sein Lebenswerk.

Übergab die Firma und setzte eine Geschäftsführerin ein. Blieb zwar Hauptgesellschafter, zog mit seiner Gattin ins Paradies nach Denia und entdeckte die künstlerische Holzarbeit und findet eine faszinierende Ausdrucks- und Gestaltungsmöglichkeit für sich. Schuf attraktive Skulpturen, die schnell große Beachtung fanden.

Oft unscheinbar, achtlos liegengelassen, an den Strand gespült, als Brennstoff verheizt. Es spricht mich an, ich nehme es auf und werde es gestalten. Belassen in seinen Strukturen, gefertigt zu einer Skulptur, die sich verneigt vor der Schöpfung, die mich beglückt und vielleicht auch anderen gefällt.“

Gedanken von Volker:

„Arbeit mit Holz fasziniert! Es verlangt Gespür  für das Machbare,

Gefühl für Form und Ausstrahlung und handwerkliches Geschick. Holz

Ist unter der Rinde voll von Einschlüssen, Narben, Formen und Farben.

Oft unscheinbar, achtlos liegengelassen, an den Strand gespült, als

Brennstoff verheizt. Es spricht mich an, ich nehme es auf und werde

es gestalten. Belassen in seinen Strukturen, gefertigt zu einer Skulptur,

die sich verneigt vor der Schöpfung, die mich beglückt und vielleicht

auch anderen gefällt.“

 

Das Ehepaar hat übrigens drei Kinder – einen Adoptiv-Sohn, einen Sohn, eine Tochter und vier Enkelkinder.


 

 

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